Die meisten Marketing-Reports, die wir bei neuen Kunden sehen, beantworten die wichtigste Frage nicht: „Was hat uns das Marketing gebracht?“ Stattdessen finden sich 30 Charts zu Reichweite, Impressions, Followern und Click-Through-Rates. Schöne Zahlen, null Aussage. Das Problem ist nicht der Mangel an Daten, sondern der Überfluss. Laut Gartner CMO Spend Survey 2025 nutzen 63 % der CMOs weniger als die Hälfte der Daten, die sie sammeln. Im Mittelstand ist es noch schlimmer – dort landen Reports oft als PDF im Postfach des Geschäftsführers und werden nie wieder geöffnet, weil sie schlicht nicht entscheidungsrelevant sind.
In unserer Arbeit mit mehreren Mittelstandskunden sehen wir denselben Fehler immer wieder: Die Agentur oder der interne Marketing-Mensch berichtet das, was gut aussieht – nicht das, was wichtig ist. Reichweite-Wachstum von 200 % klingt beeindruckend. Aber wenn daraus null Anfragen entstanden sind, war es verbranntes Geld. Du als Geschäftsführer brauchst genau die Marketing-Kennzahlen, die zeigen, ob aus Marketing-Budget am Ende Umsatz wird. Deshalb ist unsere klare Position: Maximal 9 Marketing-KPIs gehören auf das monatliche Dashboard. Drei zu Kosten, drei zu Performance, drei zu Aufbau.
Welche Marketing-KPIs braucht ein Geschäftsführer wirklich? Genau neun: Cost per Lead, Customer Acquisition Cost und Marketing-ROI für die Kosten; Conversion Rate, Engagement-Rate und Lead-zu-Kunde-Rate für die Performance; Brand-Sichtbarkeit, E-Mail-Öffnungsrate und Wiederkaufrate für den langfristigen Aufbau. Diese Marketing-Kennzahlen passen auf eine Seite und sind in 15 Minuten durchgegangen.
1. Warum die meisten Marketing-Reports nichts taugen
Die meisten Marketing-Reports, die wir bei neuen Kunden sehen, beantworten die wichtigste Frage nicht: „Was hat uns das Marketing gebracht?“ Stattdessen finden sich 30 Charts zu Reichweite, Impressions, Followern und Click-Through-Rates. Schöne Zahlen, null Aussage. Das Problem ist nicht der Mangel an Daten, sondern der Überfluss. Laut Gartner CMO Spend Survey 2025 nutzen 63 % der CMOs weniger als die Hälfte der Daten, die sie sammeln. Im Mittelstand ist es noch schlimmer – dort landen Reports oft als PDF im Postfach des Geschäftsführers und werden nie wieder geöffnet, weil sie schlicht nicht entscheidungsrelevant sind.
In unserer Arbeit mit über 20 Mittelstandskunden sehen wir denselben Fehler immer wieder: Die Agentur oder der interne Marketing-Mensch berichtet das, was gut aussieht – nicht das, was wichtig ist. Reichweite-Wachstum von 200 % klingt beeindruckend. Aber wenn daraus null Anfragen entstanden sind, war es verbranntes Geld. Du als Geschäftsführer brauchst genau die Marketing-Kennzahlen, die zeigen, ob aus Marketing-Budget am Ende Umsatz wird. Deshalb ist unsere klare Position: Maximal 9 Marketing-KPIs gehören auf das monatliche Dashboard. Drei zu Kosten, drei zu Performance, drei zu Aufbau.
2. Die 9 Marketing-KPIs im Überblick
Die 9 Marketing-KPIs für Mittelstands-Geschäftsführer teilen sich in drei Blöcke: Kosten (was Marketing kostet), Performance (wie es arbeitet) und Aufbau (was es langfristig schafft). Jeder Block hat genau drei Kennzahlen – diese Struktur macht das Marketing-Dashboard auf einen Blick lesbar und verhindert, dass einzelne Blöcke dauerhaft ignoriert werden. Bitte beachten, dass die Benchmarks stark von der Branche abhängen.

Kosten-KPIs:
- 1. Cost per Lead (CPL) – Was kostet eine Anfrage?
- 2. Customer Acquisition Cost (CAC) – Was kostet ein zahlender Kunde?
- 3. Marketing-ROI – Was kommt pro investiertem Euro zurück?
Performance-KPIs:
- 4. Conversion Rate Website – Wie viele Besucher werden zu Anfragen?
- 5. Engagement-Rate / Traffic-Qualität – Bleiben die richtigen Leute auf der Seite?
- 6. Lead-zu-Kunde-Rate – Wie viele Anfragen werden zu Aufträgen?
Aufbau-KPIs:
- 7. Brand-Sichtbarkeit (organischer Traffic + Brand Search) – Wie bekannt sind wir?
- 8. E-Mail-Öffnungsrate – Wie aktiv ist unser Bestand?
- 9. Wiederkaufrate / Retention – Bleiben Kunden bei uns?
Diese Auswahl ist meinungsstark. Andere Marketing-Kennzahlen wie NPS, Pipeline Velocity oder Share of Voice sind nicht falsch – sie sind für ein 25-Mann-Unternehmen mit 5.000 Euro Monatsbudget schlicht irrelevant. Adversum-Position: Wer im Mittelstand mehr als 9 KPIs trackt, optimiert das falsche Problem.
3. KPIs 1-3: Was Dein Marketing kostet
Die ersten drei Marketing-KPIs zeigen, ob Dein Marketing wirtschaftlich arbeitet. Sie beantworten die einzige Frage, die ein Geschäftsführer wirklich stellen muss: Rechnet sich das?
3.1 Cost per Lead (CPL)
Cost per Lead (CPL) misst, was eine qualifizierte Anfrage kostet. Formel: Marketingausgaben geteilt durch Anzahl Leads. Im B2B-Mittelstand in Deutschland liegen gute CPL-Werte zwischen 50 und 150 Euro – abhängig von Branche und Auftragswert. Bei emsbo Solar haben wir Dachverpachter-Leads über Facebook Ads für rund 20 Euro pro Lead generiert. Im Maschinenbau-B2B sind 200 Euro pro Lead noch fair, wenn der Auftrag fünfstellig wird. Warnsignal: Der CPL steigt drei Monate in Folge um mehr als 15 % – dann brennt etwas an.
3.2 Customer Acquisition Cost (CAC)
Customer Acquisition Cost (CAC) ist der CPL für Bezahlende. Formel: Gesamte Marketing- und Vertriebskosten geteilt durch neue Kunden. Hier wird es ehrlich. Der CAC zeigt, was ein zahlender Kunde wirklich kostet – inklusive aller Leads, die nichts geworden sind. Eine Faustregel aus der SaaS-Welt, die auch im Mittelstand funktioniert: Der CAC sollte maximal 20-25 % des Customer Lifetime Value (CLV) ausmachen. Wer 1.000 Euro für einen Kunden ausgibt, der über drei Jahre 5.000 Euro Umsatz bringt, liegt bei 20 % – das ist gesund.
3.3 Marketing-ROI
Marketing-ROI rundet das Bild ab. Formel: (Umsatz aus Marketing – Marketingkosten) geteilt durch Marketingkosten, mal 100. Ein guter Marketing-ROI im Mittelstand liegt bei mindestens 3:1, also 300 %. Das bedeutet: Jeder investierte Euro bringt drei Euro Umsatz zurück. Bei Performance-Kampagnen sollte das Verhältnis noch besser sein. Wie die Einnahmen aus dem Marketing berechnet werden müssen, ist ein eigenes Thema, das einen eigenen Artikel verdient. Am einfachsten ist es, die Attributionsdaten der Plattformen zu nutzen.
4. KPIs 4-6: Wie Dein Marketing performt
Die Performance-Marketing-KPIs zeigen, wie effizient Dein Marketing zwischen den einzelnen Stufen arbeitet. Sie sind die Stellschrauben – hier wird optimiert, wenn die Kosten-KPIs aus dem Ruder laufen.
4.1 Conversion Rate Website
Conversion Rate Website ist der Klassiker. Formel: Leads geteilt durch Website-Besucher, mal 100. Laut First Page Sage (2025) liegt die durchschnittliche B2B-Conversion-Rate bei 1,7 %. Im deutschen Mittelstand sehen wir oft Werte zwischen 1 und 3 %. Alles über 3 % ist richtig gut. Alles unter 1 % heißt: Deine Website ist eine digitale Visitenkarte und kein Vertriebstool – das ist einer der häufigsten Fehler, die wir bei Neukunden sehen.
4.2 Engagement-Rate / Traffic-Qualität
Engagement-Rate / Traffic-Qualität misst, ob die richtigen Leute auf Deiner Seite landen. Die Bounce Rate alleine ist trügerisch – ein Blog-Artikel hat naturgemäß höhere Absprungraten als eine Produktseite. Wichtiger ist die Kombination: Wie viele Besucher schauen sich mehr als eine Seite an? Wie lange bleiben sie? Im Marketing-Reporting reicht ein Wert: die Engagement-Rate aus Google Analytics 4. Unter 40 % ist ein Warnsignal, über 60 % ist solide.
4.3 Lead-zu-Kunde-Rate
Lead-zu-Kunde-Rate ist die wichtigste Kennzahl an der Schnittstelle Marketing-Vertrieb. Formel: Neue Kunden geteilt durch generierte Leads, mal 100. Wenn aus 100 Leads nur 2 Kunden werden, hast Du entweder ein Lead-Qualitätsproblem im Marketing oder ein Sales-Problem im Vertrieb. Im B2B-Mittelstand sind 5-15 % ein realistischer Bereich. Bei Performance Marketing Kampagnen für emsbo Solar haben wir aus über 500 Leads mehr als 20 Projekte realisiert – das sind rund 4 % Abschluss bei einem Projektvolumen im hohen fünfstelligen Bereich pro Abschluss.
5. KPIs 7-9: Was Dein Marketing aufbaut
Die letzten drei Marketing-KPIs sind die langfristigen. Sie messen nicht die Kampagne von gestern, sondern die Substanz, die Du aufbaust. Genau deshalb werden sie oft ignoriert – und genau deshalb sollten sie auf Deinem Marketing-Dashboard stehen.
5.1 Brand-Sichtbarkeit
Brand-Sichtbarkeit ist der Sammelwert für organisches Wachstum. Konkret: Wie entwickelt sich Dein organischer Traffic über Google? Wie viele Leute suchen aktiv nach Deinem Firmennamen (Brand Search Volume)? Wenn Dein Brand Search jeden Monat um 5-10 % wächst, baust Du echtes Vertrauen auf – das schlägt jede bezahlte Kampagne langfristig. Geeignete Tools: Google Search Console (kostenlos), DataForSEO oder Ahrefs für das Brand-Volume.
5.2 E-Mail-Öffnungsrate
E-Mail-Öffnungsrate ist der Pulsmesser für Deinen Bestand. Wer Newsletter ignoriert, hat oft auch sonst keine Beziehung mehr zur Marke. Der Branchendurchschnitt liegt laut HubSpot DE (2025) bei 35-40 % Open Rate. Unter 20 % ist Alarm – dann stimmt entweder die Liste nicht oder Dein Content ist langweilig. Über 45 % bedeutet: Deine Bestandskunden sind engagiert und wahrscheinlich auch bereit, wieder zu kaufen.
5.3 Wiederkaufrate / Retention
Wiederkaufrate / Retention zeigt, ob Kunden bei Dir bleiben. Formel: Anteil der Bestandskunden, die innerhalb eines definierten Zeitraums erneut kaufen. Im Handwerk ist das oft die Wartungsquote, im B2B-Service der Folgeauftrag, im Einzelhandel der zweite Kauf. Diese Zahl ist Gold – denn Bestandskunden kosten laut Harvard Business Review fünfmal weniger als Neukunden. Wenn Du hier 30 % erreichst, hast Du einen stabilen Kern. Wenn 60 %, bist Du in der Liga, wo Marketing-Budget primär für Wachstum statt für Lückenfüllung eingesetzt wird.
6. Wie ein gutes monatliches Marketing-Reporting aussieht
Ein gutes monatliches Marketing-Reporting passt auf eine Seite und ist in 15 Minuten durchgegangen. Mehr braucht ein Geschäftsführer nicht – und mehr sollte er auch nicht akzeptieren. Der Aufbau ist immer gleich: Oben die 9 Marketing-KPIs als Ampel-Übersicht mit aktuellem Wert, Vormonat und Veränderung in Prozent. Darunter ein Kommentar pro Block (Kosten, Performance, Aufbau) mit maximal drei Sätzen: Was war auffällig? Was passiert nächsten Monat? Wo braucht es eine Entscheidung? Fertig – keine 40-Seiten-PowerPoints, keine Vanity-Charts, kein Bullshit-Bingo.

Frequenz: einmal im Monat, immer zum gleichen Termin. Wer als Agentur oder interner Marketing-Mensch wöchentliche Reports verschickt, beschäftigt sich selbst, nicht den Geschäftsführer. Quartalsweise ist hingegen zu selten – dann läuft eine schlechte Entwicklung drei Monate, bevor jemand reagiert. Monatlich ist der Goldstandard im Marketing-Reporting. Wenn Du eine ehrliche Bestandsaufnahme Deines aktuellen Online Marketing brauchst, ist das der erste Schritt zu sauberem Reporting.
Wer präsentiert? Bei einem Retainer mit Agentur: der Account-Lead, in einem 30-Minuten-Call. Bei einer internen Marketing-Person: sie selbst. Wichtig ist nur, dass die präsentierende Person die Zahlen erklären kann und nicht ausweicht. Wenn auf die Frage „Warum ist der CPL um 30 % gestiegen?“ die Antwort lautet „Das müssen wir uns mal genauer ansehen“, hast Du das falsche Setup. Aus unserer Erfahrung mit über 20 Mittelstandskunden gilt: Saubere Reports sind das Erste, was wir bei neuen Retainern aufsetzen – vor jeder Kampagne.
7. Fazit
Marketing-KPIs sind kein Selbstzweck. Sie sind das einzige Instrument, mit dem Du als Geschäftsführer messen kannst, ob Marketing-Budget zu Umsatz wird. Neun Marketing-Kennzahlen reichen – drei zu Kosten, drei zu Performance, drei zu Aufbau. Wer mehr berichtet, lenkt ab. Wer weniger berichtet, fliegt blind.








