Du fragst Dich, was eine Marketingagentur kostet – und bekommst online nur vage Antworten. In diesem Artikel bekommst Du echte Zahlen: Welche Preismodelle es gibt, was eine eigene Inhouse-Stelle wirklich kostet und ab welchem Budget eine externe Agentur sinnvoll ist. Wir arbeiten täglich mit deutschen Mittelständlern und kennen die tatsächlichen Praxis-Preise.
Deutsche Marketingagenturen berechnen Stundensätze zwischen 80 und 180 EUR. Monatliche Retainer für professionelle Betreuung starten bei 1.500 EUR und reichen bis 15.000 EUR. Für die meisten Mittelständler mit 10-60 Mitarbeitern ist das günstiger als eine eigene Marketing-Stelle, wenn man alle Kosten ehrlich rechnet.
1. Was kostet eine Marketingagentur wirklich? Die ehrlichen Preisspannen
Eine seriöse Marketingagentur kostet in Deutschland zwischen 1.500 und 15.000 EUR pro Monat – je nach Scope, Senioriät und Modell. Einzelstunden werden mit 80 bis 180 EUR abgerechnet, bei spezialisierten Top-Agenturen auch mit 200 EUR aufwärts. Was kostet eine Marketingagentur konkret im Mittelstand? Drei typische Preispunkte zeichnen sich klar ab: Unter 1.500 EUR pro Monat bekommst Du punktuelle Unterstützung auf Freelancer-Niveau. Zwischen 2.000 und 5.000 EUR läuft der Großteil der Mittelstands-Retainer mit klar definiertem Leistungspaket. Ab 6.000 EUR pro Monat betreibst Du Performance Marketing mit mehreren Kanälen, eigener Content-Produktion und strategischer Begleitung.
Das Problem bei dieser Spanne: Sie sagt fast nichts aus. 2.000 EUR für »Social Media« können heißen – drei Posts pro Woche und ein Report. Oder: komplette Content-Produktion, Community Management, Paid Ads und monatliche Strategie-Calls. Der Preis selbst ist nur die halbe Information – was Du dafür bekommst, ist die andere Hälfte. Wer Preise ohne Leistung vergleicht, vergleicht nichts. Eine Agentur, die nach zehn Minuten Gespräch keine Preisindikation geben kann, hat ihr eigenes Geschäftsmodell nicht verstanden.
2. Die wichtigsten Preismodelle im Überblick
Marketingagenturen arbeiten mit vier Preismodellen: Stundensatz, Projektpauschale, monatlicher Retainer und Performance-basierte Vergütung. Für den Mittelstand ist der Retainer in 80 Prozent der Fälle das sinnvollste Modell – weil Marketing nicht punktuell funktioniert, sondern kontinuierlich aufgebaut wird. Jedes Modell hat seinen Platz, aber nur wenn es zur Aufgabenstellung passt.
Der Stundensatz liegt branchüblich bei 80-180 EUR. Junior-Ressourcen werden mit 70-100 EUR berechnet, Senior-Ressourcen und Strategen mit 150-200 EUR. Das Modell eignet sich für klar abgrenzbare Aufgaben: kleine Anpassungen, Beratungsstunden, einmalige Workshops. Für laufende Betreuung ist es unpraktisch, weil jedes Meeting zur Kostenfrage wird und die Zusammenarbeit eher transaktional als partnerschaftlich bleibt.
Die Projektpauschale ist das klassische Modell für Website-Relaunches, Brand-Launches oder Kampagnen. Ein Website-Projekt kostet je nach Umfang 8.000-40.000 EUR, eine Markenentwicklung mit CI und Guidelines typischerweise 5.000-20.000 EUR. Vorteil: Du weißt, was rauskommt und was es kostet. Nachteil: Nach dem Launch bist Du allein – und genau dann beginnt die eigentliche Marketing-Arbeit.
Das Retainer-Modell bindet Dich und die Agentur monatlich – mit fest definiertem Stundenkontingent oder Leistungspaket. Typische Mittelstands-Retainer bewegen sich zwischen 2.000 und 5.000 EUR pro Monat und decken Strategie, Umsetzung und Reporting in einem Paket ab. Das Modell passt, weil Marketing Zeit braucht: Ads müssen lernen, SEO dauert Monate, Content-Qualität baut sich kontinuierlich auf.
Performance-basiert klingt fair – zahlt die Agentur nur bei Ergebnis. In der Praxis ist das Modell selten sauber umsetzbar, weil die Agentur nicht kontrolliert, ob Dein Vertrieb Leads nachfasst, ob Dein Angebot marktfähig ist oder Dein Preis passt. Reine Provisionsmodelle ohne Grundretainer sind meist ein Warnzeichen: Dann verkauft Dir jemand Hoffnung, keine Leistung.

3. Was den Preis einer Marketingagentur bestimmt
Der Preis einer Marketingagentur hängt von vier Faktoren ab: Senioriät des Teams, Leistungsumfang, Standort und Betreuungstiefe. Zwischen 80 EUR und 200 EUR Stundensatz liegen Welten an Qualifikation – aber nicht immer auch Welten an Ergebnis. Wer nur den Tagessatz vergleicht, ohne die Teamstruktur zu kennen, trifft keine informierte Entscheidung.
3.1 Senioriät
Senioriät ist der größte Preistreiber. Ein Junior mit zwei Jahren Erfahrung kostet die Agentur intern rund 40 EUR pro Stunde, ein Senior mit zehn Jahren Erfahrung das Doppelte. Die Marge dazwischen trägt Tools, Overhead, Urlaub, Recruiting und Gewinn. Wenn Dir eine Agentur 90 EUR Stundensatz anbietet, arbeitet an Deinem Projekt zu 80 Prozent Junior-Team – das kann passen, muss es aber nicht.
3.2 Leistungsumfang
Leistungsumfang entscheidet, ob der Retainer schlank oder umfangreich ist. Reine Kampagnensteuerung ist günstiger als volle Kreativ-Produktion mit Videodreh, Grafik und Copywriting. Wer Content-Produktion vollständig auslagert, zahlt für jede Stunde mehrfach: Konzept, Dreh, Schnitt, Freigaberunden. Das kann sich rechnen – wenn das Verhältnis zum Ergebnis stimmt.
3.3 Standort
Standort macht 20-30 Prozent Unterschied. München, Hamburg und Frankfurt sind teurer als kleinere Städte. Laut BVDW Internetagentur-Ranking 2025 liegen Top-Agenturen in Ballungszentren bei Stundensätzen um 150 EUR aufwärts. Bei Adversum sitzen wir in München/Feldafing und arbeiten mit Kunden aus ganz Deutschland – Nähe ist nett, aber für gute Zusammenarbeit nicht entscheidend.
3.4 Betreuungstiefe
Betreuungstiefe ist der unterschätzte Faktor. Monatliche Strategie-Calls mit der Geschäftsführung, wöchentliche Abstimmungen, schnelle Reaktionszeiten – das kostet Zeit und damit Geld. Eine Agentur, die bei jeder Mail innerhalb einer Stunde antwortet, hat das in ihrer Kalkulation. Verfügbarkeit und Verlässlichkeit kosten – genauso wie der eigentliche Output.
4. Full-Service Agentur vs. Spezialagentur vs. Freelancer
Full-Service Agenturen sind für den Mittelstand fast immer die beste Wahl – weil sie das Big Picture liefern statt Puzzle-Teile. Spezialagenturen lohnen sich erst ab einem größeren Inhouse-Team, das Koordination übernimmt. Freelancer sind gut für klar abgrenzbare Aufgaben, nicht für Strategie und Multi-Channel-Umsetzung. Eine externe Full-Service-Agentur als verlängerter Arm liefert genau das, was Mittelständler brauchen: einen strategischen Partner mit klarer Verantwortung für das Gesamtbild.
4.1 Full-Service Agentur
Eine Full-Service Agentur deckt Strategie, Kreation, Performance und Tech aus einer Hand ab. Kosten: 2.000-15.000 EUR Retainer monatlich. Vorteil: Ein Ansprechpartner, ein Plan, klare Verantwortung. Nachteil: Nicht in jedem einzelnen Kanal der absolute Spezialist – dafür aber jemand, der die Kanäle sinnvoll verknüpft und gemeinsam auf ein Ziel ausrichtet. Für Unternehmen mit 10-60 Mitarbeitern ist das meistens genau richtig.
4.2 Spezialagentur
Eine Spezialagentur macht nur SEO, nur Meta Ads oder nur Branding. Kosten: 800-5.000 EUR monatlich. Das Problem: Du brauchst jemanden, der die Spezialisten orchestriert. Eine SEO-Agentur interessiert sich nicht dafür, ob Deine Meta Ads laufen. Wenn Du keinen Marketing-Leiter hast, zerfällt die Strategie in Einzelmaßnahmen ohne gemeinsames Ziel – und genau das kostet am Ende mehr als eine Full-Service-Lösung.
4.3 Freelancer
Freelancer kosten 50-120 EUR pro Stunde oder 1.000-3.000 EUR pro Monat für Teilzeit-Betreuung. Gute Freelancer sind Gold wert für konkrete Skills: Videoschnitt, Grafik, Texte. Für Strategie und Multi-Channel-Umsetzung wird es schwierig – ein Einzelner kann nicht gleichzeitig Stratege, Creative und Performance-Marketer sein. Und wenn er im Urlaub ist, steht Dein Marketing still.
5. Was Marketingagentur-Kosten im Mittelstand typischerweise abdecken
Ein Retainer zwischen 3.000 und 5.000 EUR pro Monat umfasst im Mittelstand typischerweise Strategie, Content-Produktion, mindestens einen Paid-Kanal, Reporting und feste Ansprechpartner. Was nicht automatisch drin ist: Mediabudget, Shootings und größere Entwicklungsarbeiten. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil viele Mittelständler die Gesamtkosten unterschätzen, wenn sie nur den Agenturretainer im Blick haben.
In einem klassischen 3.500-EUR-Retainer stecken rund 25-30 Stunden Agenturzeit pro Monat. Davon gehen etwa 5 Stunden in Strategie und Reporting, 10-15 Stunden in Content- und Kampagnen-Umsetzung, 5-8 Stunden in Kreation und der Rest in Abstimmung und Analyse. Das Mediabudget – also das Geld, das tatsächlich an Meta oder Google fließt – kommt immer obendrauf. Eine seriöse Agentur trennt Honorar und Mediabudget klar, weil eine Vermischung zu falschen Anreizen führt.
Was im Retainer meist nicht enthalten ist: größere Produktionen wie Imagefilm-Drehs, externe Fotoshootings, Website-Relaunches oder Messe-Materialien. Das läuft separat als Projekt. Realistische Kosten: Ein professioneller Videodreh an einem Tag liegt bei 3.000-8.000 EUR, ein Fotoshooting mit Fotograf, Location und Bearbeitung bei 1.500-5.000 EUR. Eine Agentur, die das in einen 2.000-EUR-Retainer reinpackt, spart woanders – meist bei der Qualität.
Bei einem Kunden aus dem Handwerk haben wir genau diese Mischung gefahren: laufender Retainer für Recruiting-Kampagnen plus Einzelprojekt Website-Relaunch. Das Ergebnis waren 3 neue Fachkräfte und 4 Auszubildende innerhalb weniger Monate – mit einem klar definierten Leistungsrahmen auf beiden Seiten. Solche Ergebnisse sind mit 800-EUR-Paketen nicht machbar, egal was die Werbung verspricht.
6. Lohnt sich eine Marketingagentur oder eigene Marketingabteilung?
Für Unternehmen mit 10-60 Mitarbeitern lohnt sich eine externe Marketingagentur fast immer mehr als eine eigene Abteilung – weil die Vollkosten einer einzelnen Marketing-Stelle höher sind als der Retainer einer Full-Service-Agentur. Und weil eine Einzelperson niemals das Know-how eines eingespielten Teams ersetzt. Was kostet eine Marketingagentur im Vergleich zur eigenen Stelle? Die Antwort überrascht die meisten Mittelständler.
Rechnen wir ehrlich: Ein mittelständischer Marketing Manager verdient in Deutschland laut im Schnitt 60.000 EUR brutto pro Jahr, in Bayern und Baden-Württemberg deutlich darüber. Dazu kommen Lohnnebenkosten von rund 22 Prozent – macht 73.200 EUR. Plus Arbeitsplatz, Laptop, Tools (HubSpot, Canva, Ads-Tools, Video-Software: schnell 500 EUR pro Monat), Weiterbildung, Urlaub und Krankheitstage. All-in landest Du bei 85.000-95.000 EUR pro Jahr – also rund 7.000-8.000 EUR pro Monat. Dafür bekommst Du eine Person mit einer Kompetenz.
Ein mittlerer Agentur-Retainer mit 3.500-5.000 EUR gibt Dir Zugriff auf Stratege, Performance-Marketer, Texter, Grafiker und Video-Spezialist – alle mit echter Spezialisierung, ohne Recruiting, ohne Sozialabgaben, ohne Urlaubsvertretung. Für deutlich weniger Geld bekommst Du also ein komplettes Team statt einer Einzelperson. Die Agentur lohnt sich weniger, wenn Du täglich operative Präsenz brauchst oder extrem spezifische Branchenexpertise nötig ist, die keine externe Agentur liefern kann.

7. Woran Du eine faire Marketingagentur erkennst
Eine faire Marketingagentur gibt Dir klare Preisauskunft, trennt Honorar von Mediabudget, nennt konkrete Ergebnisse aus der Vergangenheit und warnt Dich vor unrealistischen Erwartungen. Versteckte Kosten entstehen fast immer dort, wo Leistungen schwammig beschrieben sind.
7.1 Gute Zeichen
Gute Zeichen erkennst Du schon im Erstgespräch. Die Agentur fragt nach Deiner Ausgangslage, bevor sie über Lösungen spricht. Sie nennt Preisspannen offen, auch wenn noch nicht alle Details klar sind. Sie zeigt konkrete Cases mit Zahlen – nicht nur »wir haben für Kunde X Social Media gemacht«, sondern »wir haben über 500 qualifizierte Anfragen zu 20 EUR Leadpreis generiert«. Sie sagt Dir auch, was sie nicht kann oder was in Deiner Situation nicht sinnvoll ist.
7.2 Warnsignale
Warnsignale sind dagegen eindeutig. Festpreise ohne klare Leistungsdefinition (»All-inclusive Social Media für 499 EUR«) sind immer Lockangebote – entweder wird nachkassiert oder die Qualität ist grottig. Renditeversprechen ohne Basis (»10x ROAS garantiert«) zeigen, dass jemand Verkauf über Ergebnis stellt. Und wenn die Agentur nicht erklären kann, wie sie ihren Stundensatz kalkuliert, rechnet sie entweder zu hoch oder zu niedrig – beides ein Problem. Auch Employeer Branding für den Mittelstandfunktioniert nur mit Agenturen, die klar kommunizieren, was sie tun und was es kostet.
Zwei konkrete Fragen helfen Dir im Erstgespräch: »Was würdet ihr in den ersten 30 Tagen konkret machen?« und »Was kostet mich ein Zusatzprojekt außerhalb des Retainers?« Wer bei beiden Fragen ausweicht, hat entweder keinen Plan oder tarnt Intransparenz als Flexibilität. Wenn Du auf der Suche nach einer transparenten Agentur bist, schau auf unsere Leistungen oder schreib uns direkt – wir senden Dir eine realistische Indikation, nicht erst nach drei Pitches.
8. Fazit
Was kostet eine Marketingagentur? Die Spannen sind klar: Stundensätze zwischen 80 und 180 EUR, Retainer zwischen 1.500 und 15.000 EUR, Projektpreise je nach Scope. Wichtiger als der reine Preis ist, was Du dafür bekommst – und ob die Agentur transparent rechnet. Für den Mittelstand mit 10-60 Mitarbeitern ist eine Full-Service-Agentur fast immer günstiger und besser als eine eigene Marketing-Abteilung: mehr Know-how, mehr Kapazität, weniger Fixkosten. Die schwerwiegendere Frage ist, was es Dich kostet, kein professionelles Marketing zu betreiben.








